
von Carl Siber
Emil Kulicke hat einen mehr als gesunden Appetit. Nachdem er zum zweiten Frühstück bereits ein großes Stück Schweinernes mit Kraut, und hernach noch
ein Gansviertel mit Salat vertilgt hat, fragt er schon wieder, wann endlich das Mittagessen auf den Tisch komme. Um ihn zufrieden zu stellen, setzt man ihm eine Schüssel voll Knödel vor, die er restlos verputzt. Aber die Überfütterung rächt sich: er bekommt heftige Leibschmerzen und muss ins Bett. Seine Tochter Gerdi hat kürzlich einen jungen Arzt kennen und lieben gelernt, der in nächster Nähe wohnt und den sie rufen lässt. Dr. Kurt Löffler wollte eben in dringender Angelegenheit wegfahren, kommt aber doch, da Gerdi ihn holen lässt, und verordnet in der Meinung, es handle sich um eines der Pferde Kulickes, eine Pferdekur. Dr. Löffler ist nämlich Tierarzt, was aber Gerdi, die ihn nur kurze Zeit kennt, bis dahin noch nicht bekannt war. Da er große Eile hat, geht er wieder, ohne den Patienten gesehen zu haben. Und nun kommt die Ausführung der Pferdekur, die so ziemlich das Tollste ist, was man auf der Bühne erleben kann. Man muss das gesehen haben, was mit dem armen Kulicke alles gemacht wird! Aber die Pferdekur hat ihm doch geholfen; er ist seine Leibschmerzen los und zugleich seine Tochter. Denn dass diese nach der gelungenen Wunder- und Pferdekur ihren Tierarzt Dr. Löffler bekommt, ist selbstverständlich.